Tauchclub Lemgo e.V.

Bericht Jugendfahrt 22

31.05.2022

„Im Dutzend billiger“ – so wurde im Vorfeld für die 12. Jugendfahrt nach Ammelshain geworben. Erfahrene Jugendfahrten-Fahrer stolpern über den Namen dieses Ortes nicht mehr – sie wissen nicht nur, dass dieser kleine Ort irgendwo hinter Leipzig an einem Steinbruch in einem Naturschutzgebiet liegt, sondern auch, welche Erinnerungen damit verbunden sind: Tauchen zwischen Barschschwärmen, mit Glück der Blick auf einen der großen Welse, unzählige Runden Werwolf am Lagerfeuer, hervorragende Verpflegung und vor allem eine einzigartige Gemeinschaft.

Nachdem in den vergangenen Jahren unfreiwilliger Weise auf die Pause-Taste in Bezug auf die Jugendfahrt gedrückt worden war, war die Vorfreude im Vorhinein bei allen Beteiligten riesig. Jugendliche, die in den Wochen vorher noch im Training auf das Tauchen mit Gerät vorbereitet wurden, konnten ihr beinahe 360° Grinsen kaum noch ablegen, wenn erwähnt wurde, dass bald nicht mehr Fliesen zu zählen sind, sondern Barsche, Rotfedern und Hechte. Selbst das moderne Märchen des Welses, der einen bayrischen Rauhaardackel gefressen haben soll, konnte ihre Vorfreude nicht trüben. Auch bei allen anderen ehrenamtlichen Helfern musste nur der Begriff „Ammelshain“ fallen und Erinnerungen an die vergangenen Jahre wurden ausgetauscht.

Und dann ging es – ENDLICH! – am 25. Mai 2022 gegen 17 Uhr abends in verschiedenen Autos Richtung Ostdeutschland los. Müde, aber unendlich froh wieder in vertrauten Gefilden zu sein, kam die Truppe dann endlich am späten Abend an.

Bevor das Tauchen am nächsten Morgen aber beginnen konnte, musste zunächst die Taucherlast eingeräumt werden. Dabei helfen alle – denn Tauchen ist nicht nur unter Wasser ein Teamsport, sondern beginnt schon bei der gemeinsamen Versorgung der Ausrüstung. Dadurch, dass in diesem Jahr weniger Jugendliche als sonst dabei waren, rückten die Jugendlichen noch enger als sonst zusammen und halfen einander beim Auf- und Abbau der Geräte, kümmerten sich darum, dass vergessene Ausrüstungsgegenstände gesucht, gefunden und zum Besitzer gebracht wurden und auch um den Transport einer vollständigen Ausrüstung zum See.

Auch nach den Tauchgängen wollten die Jugendlichen den See nicht mehr verlassen – „kann ich noch schnorcheln gehen?“ Auf diese Weise erkundeten die jungen Taucher die Süßwasser Flora und Fauna des Steinbruchs.

Nicht nur beim Tauchen wird bei uns Gemeinschaft großgeschrieben, auch am Abend wird diese etwa beim gemeinsamen Essen und anschließenden Lagerfeuer gepflegt. Dabei treffen Jugendliche sowie ältere Mitglieder des Vereins aufeinander und lernen sich besser kennen. Traditionell gehören von einem Jugendtrainer moderierte Werwolf Runden dazu, sodass gemeinsame Erlebnisse über das Tauchen hinaus geschehen. Diese Erlebnisse verbinden über das Spiel hinaus die Reisegemeinschaft miteinander und der Jugendbereich des Vereins wird gestärkt. Zudem kann die versammelte Jugend des Tauchclubs hier die vereinsrechtlich relevanten Jugendinteressenvertreter als ihre Vertreter im Vorstand wählen, sodass sie hier Demokratie und Mitbestimmung erleben.

An insgesamt drei Tauchtagen konnten die Jugendlichen viele Fische sehen – einige durften sogar den seltenen Wels erblicken – verschiedene Brevets erwerben und im gleichen Zuge sicherer im Umgang mit dem Tauchgerät über sowie unter Wasser werden. Aussagen wie „Das ist wie Aquarium – nur viel besser!“ gehören zum schönsten Feedback nach einem langen Wochenende in Sachsen. Durch das Ausprobieren der im Schwimmbad erlernten Fähigkeiten werden die Teilnehmenden auch für die regelmäßige Teilnahme im Training motiviert, da sie sehen, was sie mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten erreichen können und wie viel Freude sie in gut trainiertem und ausgebildetem Zustand beim Tauchen haben können.